Israel im Fokus: Die Geschichte der Verteidiger Israels

Samstag, 25. Juli 2026

„Der Beschützer Israels schläft und schlummert nicht.“

Psalm 121,4

Liebe Freunde,

„Israel im Fokus“ ist unser fortlaufendes Projekt, womit wir Euch einen Blick hinter die Schlagzeilen gewähren und Euch die wahren Geschichten von Kampf, Opferbereitschaft und Glauben näherbringen möchten, die sich hier im Land abspielen. In diesem Monat möchten wir von einer Institution berichten, die in fast jedes Kapitel des modernen Überlebens Israels eingewoben ist und die fast jede Familie betrifft, der wir begegnen: Die israelischen Streitkräfte, hier einfach als „Tzahal“ bekannt.

Seit achtundsiebzig Jahren stellen sich, wann immer Israel in Gefahr gerät, junge Männer und Frauen dieser Gefahr. Sie sind kaum aus der Kindheit herausgewachsen – Söhne und Töchter, die ihr Zuhause verlassen, um über ihre Nation zu wachen. Ihre Geschichte handelt nicht nur von Panzern und Grenzen. Es ist eine Geschichte von gewöhnlichen Menschen, die eine außergewöhnliche Last tragen, und von einem Gott, der, wie der Psalmist es zugesagt hat, weder schlummert noch schläft, während Er über sein Volk wacht.

Eine Nation, die unter Beschuss geboren wurde

Die IDF wurde nicht in einer Zeit des Friedens gegründet. Am 14. Mai 1948 rief David Ben-Gurion den Staat Israel aus. Schon am nächsten Tag fielen die Armeen von fünf Nachbarstaaten ein, unterstützt von Freiwilligen aus weit entfernten Ländern wie dem Sudan, Pakistan und dem Jemen – alle entschlossen, den neugeborenen Staat zu vernichten, bevor er seinen ersten Atemzug machen konnte.

Israel war gerade einmal einen Tag alt und kämpfte bereits um sein Überleben. Seine Verteidiger waren zwar durch jahrelange lokale Konflikte gestählt, doch sie waren schlecht ausgerüstet, unzureichend ausgebildet und verfügten über kaum finanzielle Mittel. Am 26. Mai 1948 schuf einer der ersten Befehle Ben-Gurions als Ministerpräsident eine einzige, vereinigte Armee und löste die ihr vorausgegangenen Untergrundgruppen auf: Die Haganah, die Etzel und die Lehi. An diesem Tag wurden die israelischen Verteidigungskräfte ins Leben gerufen.

Entgegen aller Erwartungen hielt die junge Armee stand. Behörden und Unterstützer eilten aus dem Ausland herbei, um sie zu bewaffnen, und ein echter Durchbruch gelang, als die ersten Kampfflugzeuge aus der Tschechoslowakei eintrafen und den Grundstein für eine der heute weltweit angesehensten Luftstreitkräfte legten. Bis zum Sommer 1949 hatte Israel fünf einfallende Armeen zurückgeschlagen und das Überleben des Staates gesichert. Doch der Sieg hatte einen erschütternden Preis: Mehr als 4000 Soldaten und über 2000 Zivilisten kamen in einer Nation mit nur etwa 600 000 Einwohnern ums Leben. Nahezu jede Gemeinde musste einen geliebten Menschen zu Grabe tragen. Die Erinnerung an diesen Krieg – sowohl an die Befreiung als auch an die Opfer – prägt bis heute Israel in seiner Trauer und seinem Gedenken.

Was „Tzahal“ bedeutet

Israelis sprechen oft nicht von der „IDF“, sondern von Tzahal. Das Wort ist ein Akronym, und wie so vieles in der hebräischen Sprache liegt seine Bedeutung auf der Hand. Tzahal steht für Tzava HaHagana LeYisrael, „die Armee zur Verteidigung Israels“.

Jedes Wort erzählt eine Geschichte. „Tzava“ bedeutet „Armee“ oder, im älteren Deutsch, „Heer“ – das Wort, das die Heilige Schrift verwendet, wenn sie vom Herrn der Heerscharen, Adonai Zebaoth, spricht. „Hagana“ bedeutet „Verteidigung“ und hat denselben Wortstamm wie „Magen“, das hebräische Wort für „Schild“, das vielen im Wort „Magen David“, dem Schild Davids, bekannt ist. Und „LeYisrael“ bedeutet schlicht „für Israel“.

Selbst der Name wurde mit Bedacht gewählt. Als Israels Gründer darüber berieten, wie sie ihre neue Armee nennen sollten, entschieden sie sich bewusst für einen Namen, bei dem die Verteidigung – und nicht die Eroberung – im Mittelpunkt stand. Der Zweck war im Namen verankert: Ein Schild für ein Volk zu sein, das viele Jahrhunderte ohne eigenen Schutz leben musste.

Der Geist der IDF

Der Militärdienst in Israel ist nicht einer kleinen Gruppe von Berufssoldaten vorbehalten. Mit achtzehn Jahren werden die meisten Israelis, junge Männer wie junge Frauen gleichermaßen, zum Dienst einberufen – ein Lebensrhythmus, der fast jede Familie auf irgendeine persönliche Weise mit der Armee verbindet. Und jedem Soldaten wird etwas Kleines, aber Bedeutungsvolles überreicht: Ein ethischer Kodex, der ihnen im Einsatz und im Alltag als Leitfaden dienen soll. Er heißt „Ruach Tzahal“, der Geist der IDF.

Er beruht auf vier Grundwerten:
1. Die Verteidigung des Staates Israel und seiner Einwohner
2. Patriotismus und Loyalität gegenüber dem Land und seinem Volk
3. Der Schutz der Menschenwürde
4. Staatlichkeit – das Prinzip, dass die Armee dem Gesetz und der gewählten Regierung untersteht, niemals umgekehrt.

Daraus leiten sich zehn weitere Werte ab, darunter die „Reinheit der Waffen“, die Soldaten anweist, Gewalt nur dann anzuwenden, wenn es der Einsatz erfordert, und alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um diejenigen zu verschonen, die nicht an den Kampfhandlungen beteiligt sind.

Ein weiterer Wert ist der einfache, aber so wichtiger Wert, den der Kodex als „menschliches Leben“ bezeichnet. Er betont, dass jeder Mensch einen innewohnenden Wert besitzt, unabhängig von Religion, Nationalität oder Status – eine Überzeugung, die jedem vertraut vorkommen wird, der glaubt, dass jeder von uns nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist. Dies ist der Maßstab, an dem Israel seine Söhne und Töchter misst, selbst im Chaos des Krieges. Keine Armee erfüllt ihn vollkommen, doch er bleibt das Ziel, niedergeschrieben und in der Tasche jedes Soldaten, der dient. Wie der Psalmist betete: „Gepriesen sei der Herr! Er ist mein schützender Fels. Er lehrt meine Hände zu kämpfen und zeigt mir, wie ich die Waffen gebrauchen muss.“ (Psalm 144,1).

Kriege, Opfer und ein erschütternder Preis

In den 78 Jahren ihres Bestehens hat die IDF insgesamt neun Kriege geführt, die von Historikern allgemein als bedeutende Konflikte eingestuft werden:

  • Der Unabhängigkeitskrieg von 1948
  • Der Sinai-Krieg (Sueskrise) von 1956
  • Der Sechstagekrieg von 1967
  • Der Ermüdungskrieg
  • Der Jom-Kippur-Krieg von 1973
  • Der Erste Libanonkrieg von 1982
  • Der Zweite Libanonkrieg von 2006
  • Die Kriege im Gazastreifen
  • Der Krieg, der am 7. Oktober 2023 begann und das tägliche Leben hier weiterhin prägt.

Zwischen den größeren Kriegen gab es zwei Intifadas und unzählige kleinere Einsätze. Nur wenige Armeen auf der Welt wurden so unerbittlich auf die Probe gestellt.

Diese Bewährungsprobe hatte einen fast unerträglichen Preis. In diesem Frühjahr, als Israel zum Yom HaZikaron, dem Gedenktag, innehielt, veröffentlichte das Verteidigungsministerium die aktualisierte Zahl der Gefallenen. Seit 1860, dem Jahr, in dem das moderne jüdische Leben begann, sich jenseits der Mauern der Altstadt von Jerusalem zu etablieren, haben 25 644 Soldaten und Angehörige der Sicherheitskräfte ihr Leben für die Verteidigung des Landes und seines Volkes geopfert. Allein im vergangenen Jahr kamen 170 weitere Namen auf dieser Liste hinzu.

Wir nennen diese Zahl mit Bedacht, denn es ist viel zu leicht, eine so große Zahl zu einer abstrakten Größe werden zu lassen. Doch jeder einzelne dieser 25 644 war ein Name, ein Gesicht, ein Kind, das nicht nach Hause zurückgekehrt ist. Hinter ihnen stehen fast 60 000 Hinterbliebene, die heute in Israel leben: Eltern, Witwen und Kinder, die für den Rest ihres Lebens einen leeren Platz am Tisch haben werden.

An der Seite der Verteidiger Israels

Wir bei „Vision für Israel“ sehen diese leeren Plätze. Hinter jedem Soldaten steht eine Mutter, die auf einen Anruf wartet, eine junge Witwe, eine Familie, die lernt, mit ihrer Trauer zu leben. Deshalb begleiten wir – neben unserer humanitären Arbeit im ganzen Land – die Männer und Frauen, die ihren Dienst leisten, sowie die Familien, die diesen höchsten Preis gezahlt haben. Wir tun es, weil wir glauben, dass es sich nicht nur um Soldaten und Statistiken handelt, sondern um Menschen, die Gott liebt und die Wache halten, damit andere in Frieden schlafen können.

Eure Spende hilft uns, denjenigen, die Israel beschützen, und denen, die um sie trauern, praktischen Trost und eine beständige, treue Präsenz zu schenken. Möchtet Ihr Euch heute an ihrer Seite stellen? Ihr könnt hier spenden, in der Gewissheit, dass eure Großzügigkeit Familien in Echtzeit mit echter Hoffnung erreicht.

Zweitausend Jahre Exil konnten dieses Volk nicht auslöschen, und kein Feind wird es auslöschen. Am Yisrael Chai – das Volk Israel lebt, und durch die Gnade Gottes wird es weiterleben.

„Jerusalem, ich habe Wächter auf deine Mauern gestellt, die den Herrn Tag und Nacht an sein Versprechen erinnern sollen.“

Jesaja 62,6

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