Ein Anwalt der Witwen und ein Vater der Waisen ist Gott in seiner heiligen Wohnung. Den Einsamen gibt er ein Zuhause, den Gefangenen schenkt er Freiheit und Glück.
Psalm 68,6-7
Liebe Freunde,
im vergangenen Frühjahr, als unser Team die Verteilung der Passah-Gutscheine vorbereitete, war der Himmel über Israel alles andere als ruhig. Raketen aus dem Iran fielen herunter, Sirenen heulten, und überall rannten Familien in Schutzräume. Es wäre verständlich gewesen, eine Pause einzulegen und abzuwarten, bis die Gefahr vorüber war. Aber die Familien, die auf uns zählten, konnten nicht warten. Und so brachte unser Team, trotz der Sirenen, Hilfe zu denen, die niemanden sonst hatten, an den sie sich wenden konnten.
Eine von ihnen war eine junge Mutter, mit dem Namen D.
Für einen zufälligen Passanten mögen D. und ihr kleiner Junge ganz normal wirken. Er ist gerade einmal vier oder fünf Jahre alt und steckt voller Fragen, wie jedes Kind in seinem Alter. Doch hinter ihrer Tür herrscht eine Stille, die sich die meisten von uns kaum vorstellen können. D. ist geschieden und zieht ihren Sohn allein groß. Sie ist von jenen Familienmitgliedern und Freunden abgeschnitten, die sie gerne bei sich aufnehmen würden, isoliert auf eine Weise, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Es gibt bei ihr keine Einladungen zum Schabbat-Tisch der Eltern, keine Feiertage, die man im Kreis von Cousins und Cousinen und voller Gelächter verbringt, niemanden, mit dem man die Last einer Woche teilen kann. Ihre ganze Welt hat sich auf nur zwei Menschen verengt: sich selbst und ihren Sohn.
Es gibt noch ein weiterer Mensch unter ihrem Dach. Ihr betagter Vater lebt bei ihr, und sie pflegt ihn Tag und Nacht. Er ist die einzige familiäre Verbindung, die ihr und ihrem Jungen noch geblieben ist, und er ist gebrechlich, braucht ständige Pflege. Also trägt D. die Last allein. Sie ist Mutter, Tochter, Pflegerin und Versorgerin zugleich, und musss es alleine schaffen. Einsamkeit legt sich über ihr Zuhause wie ein Nebel, der sich nie ganz lichtet.
Dann ist da noch die Sache mit dem Esstisch.
D.s finanzielle Lage ist so angespannt, dass es ihr schlichtweg unmöglich ist, ein ordentliches Schabbat- oder Festtagsessen zuzubereiten. Und so hat sie eine Gewohnheit entwickelt, die uns das Herz bricht. Wenn ein Feiertag näher rückt und sie spürt, wie die Not in ihrer kleinen Wohnung immer drückender wird, geht sie mit ihrem Sohn auf einen Spielplatz und bleibt dort, bis es dunkel wird. Das tut sie absichtlich. Sie versucht, dem kleinen Jungen die Fragen zu ersparen, deren Beantwortung sie nicht ertragen kann. Wo bleibt unser Festtagsessen? Warum besuchen wir nicht die Familie, so wie die anderen Kinder in meiner Klasse?
Erst spät in der Nacht, wenn diese Fragen in der Müdigkeit verhallt sind, kehren sie nach Hause zurück und essen, was gerade da ist.
Denkt einen Moment darüber nach, was das für ihren Sohn bedeutet. In seinem jungen Alter hat er noch nie die Erfahrung gemacht, an einem festlichen Familientisch zu sitzen. Er hat noch nie die Wärme der Zugehörigkeit gespürt, die ein Familientreffen mit sich bringt. Die einzige familiäre Bezugsperson in seinem kleinen Leben ist ein Großvater, der selbst krank ist und ihm nicht viel geben kann. Das ist die Welt, die D. trotz unüberwindbarer Widrigkeiten zusammenzuhalten versucht.
Als unsere Mitarbeiter D. an diesem Pessach einen Gutschein überreichten, war das so viel mehr als nur ein Geldbetrag. Darin steckte eine Botschaft, die sie dringend hören musste: Wir sehen dich, wir haben dich nicht vergessen. Mit dieser Karte konnte D. ohne Scham in einen Laden gehen und Lebensmittel für sich, ihren Sohn und ihren Vater aussuchen. Sie konnte etwas für den Feiertag zubereiten, anstatt sich davor zu verstecken. Eine Zeit lang konnte der Tisch reich gedeckt sein.
D. ist nur ein Beispiel, aber sie steht stellvertretend für Tausende in ganz Israel, die schweigend schwere Lasten tragen. Sie sind von ihrer Familie abgeschnitten, bis an ihre Grenzen belastet und haben Angst vor den Sirenen am Himmel. Vision für Israel wurde gegründet, um diese Menschen zu erreichen – mit einem Geschenkgutschein, einer Mahlzeit, einer Geste der Liebe. Und das können wir nur tun, weil Freunde wie Ihr sich dafür entscheiden, uns zur Seite zu stehen.
Das ist der Kern unserer Berufung. Die Heilige Schrift sagt, dass Gott ein Vater für die Vaterlosen ist und dass Er die Einsamen in Familien aufnimmt. Wenn Ihr spendet, werdet Ihr zu Seinen Händen und Seinem Herzen und nehmt eine erschöpfte Mutter und ihren kleinen Jungen in eine Familie auf, die weit größer ist, als sie es jemals für möglich gehalten hätten.
Würdet Ihr uns helfen, eine weitere Person zu erreichen, bevor der nächste Feiertag kommt? Schon jetzt wappnen sich Familien für die vor ihnen liegenden schwierigen Monate, und der Bedarf hat nicht nachgelassen. Eure heutige Spende, egal in welcher Höhe, bringt Essen auf einen leeren Tisch und Hoffnung in ein Herz, das sie fast verloren hat. Um Familien wie der von D. beizustehen, spendet bitte jetzt und widmet eure Spende dem Zweck „Hilfe für die Armen“.
Trotz aller Sirenen und aller Schatten halten die Menschen in Israel durch. Und dank Freunden wie Euch müssen sie nicht allein leben.
Mit Liebe und Dankbarkeit,
Barry & Batya




