Shalom Freunde,
Der heutige Tag ist ein bedeutender Tag im biblischen Kalender. Begleitet uns bei der Erforschung der Frage: „Wann beginnt eigentlich das biblische Jahr?“
Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, denn es gibt unterschiedliche Ansichten unter jüdischen und christlichen Gelehrten und Theologen, und die Bibel selbst stellt mehr als eine Möglichkeit zur Berechnung des Jahres dar.
Die wichtigste biblische Grundlage für die Bestimmung des Neujahrs findet sich in 2. Mose 12, 2, wo Gott zu Mose und Aaron in Ägypten sagt:
„Dieser Monat soll für euch von nun an der erste Monat des Jahres sein.“
Dies geschieht kurz vor dem ersten Passahfest und dem Auszug aus Ägypten. Der Monat, auf den hier Bezug genommen wird, wurde später Nisan genannt. Er fällt in den Frühling, in März oder April des modernen gregorianischen Kalenders. Der hebräische Kalender folgt einem Mond-Sonnen-Zyklus, der die Mondmonate mit dem Sonnenjahr kombiniert. Die meisten Jahre im hebräischen Kalender haben 12 Monate mit 353, 354 oder 355 Tagen, während Schaltjahre einen zusätzlichen Monat, den Monat Adar, enthalten und 383, 384 oder 385 Tage dauern können.
Im aktuellen gregorianischen Kalenderjahr 2026 beginnt der 1. Nisan bei Sonnenuntergang am Abend des 18. März und dauert bis zum Sonnenuntergang am folgenden Tag, dem 19. März.
Aus diesem Grund fallen die jüdischen Feiertage, darunter Pessach und Sukkot, auf unterschiedliche Tage im gregorianischen Kalender, was für diejenigen, die mit dem jüdischen Kalender nicht vertraut sind, verwirrend sein kann.
Aufgrund dieses Verses schließen viele, dass das biblische Neujahr im Frühling, am ersten Nisan (dieses Jahr am 19. März 2026), beginnt. März 2026 ist. Der Monat Nisan ist sehr wichtig, da am 14. Nisan das Passahfest (Pessach) begangen wird, das an die Befreiung Israels aus der Sklaverei in Ägypten erinnert.
Kandidaten für das jüdische Neujahr
Obwohl dieser Vers den Beginn des hebräischen Kalenderjahres markiert, gibt es in der jüdischen Philosophie noch andere Arten, ein Jahr zu berechnen. Es ist auch von Bedeutung, dass es zwar der erste Tag des Jahres ist, aber kein Gebot besteht, ihn zu feiern, wie es ein Gebot gibt, andere mo’adim (festgesetzte Zeiten) zu feiern. Dies gibt den Juden die Freiheit, andere Tage als ersten Tag des neuen Jahres zu begehen.
Einer der anderen Kandidaten ist Rosch Haschana, das als „Fest der Posaunen” bekannt ist. In 3. Mose 23, 23-25 gebietet Gott, den ersten Tag des siebten Monats Tischri zu feiern. Im Laufe der Jahrhunderte wurde dies in der jüdischen Tradition zu Rosch Haschana (Kopf des Jahres) erweitert.
„Weiter ließ der Herr den Israeliten durch Mose ausrichten: Der erste Tag des 7. Monats soll ein Ruhetag für euch sein, ab den ihr euch mir zu Ehren versammelt. Zur Erinnerung daran sollen die Posaunen laut geblasen werden. lasst an diesem Tag alle gewöhnliche Arbeit ruhen und bringt mir, dem Herrn, eure Opfer auf dem Altar dar!“
3. Mose 23, 23-25
Bereits im zweiten Jahrhundert n. Chr., als die Mischna zusammengestellt wurde, hatte die jüdische Tradition mindestens diese beiden unterschiedlichen Neujahrstage aufgenommen, aber in späteren Jahrhunderten setzte sich Rosch Haschana zunehmend durch, da es mit den rabbinischen Lehren verbunden war. Es fiel auch mit der Zeit der landwirtschaftlichen Ernte zusammen, kurz bevor in Israel normalerweise die Regenzeit beginnt.
Mit der Zeit festigte sich diese Tradition durch andere Faktoren, darunter Finanz- und Steuersysteme, akademische und soziale Kalender usw. Es gab auch theologische Gründe dafür, da die jüdische Tradition zunehmend das Gericht und die Rolle Gottes als König des Universums betonte. Außerdem wurde der Gregorianische Kalender in westlichen Ländern und später auf der ganzen Welt zur Norm.
Diaspora-Gemeinschaften übernehmen unterschiedliche Traditionen
An dieser Stelle sei erwähnt, dass die jüdischen Gemeinschaften, die nach dem babylonischen Exil und der Vertreibung durch die Römer in der Diaspora außerhalb des Landes Israel lebten, stark von ihren Gastkulturen beeinflusst wurden. Die meisten alten Kulturen des Nahen Ostens verwendeten mehr als einen Kalender, um den Überblick zu behalten über die landwirtschaftlichen Zyklen, die Regierungszeit des jeweiligen Königs und andere wichtige Angelegenheiten. Manchmal änderte sich sogar das Vokabular. So sind beispielsweise sowohl Nisan als auch Tishri Namen, die das jüdische Volk während seines Exils von den Babyloniern übernommen hat.
Eine gewisse Denkrichtung besagt, dass, wenn Gott geboten hat, dass der erste Tag des neuen Jahres auf den 1. Nisan fällt, dies weitaus wichtiger ist als Erntezeiten oder andere Überlegungen, die Jahrhunderte später aufkamen. Aber wie wir gesehen haben, gibt es im rabbinischen Judentum viele Diskussionen, die mit dem beginnen, was Gott sagt, aber nicht immer damit enden.
Was ist Schabbat HaChodesch?
Schabbat HaChodesch ist der Sabbat, der unmittelbar vor dem ersten Tag des Monats Nisan (Rosh Chodesh) liegt und den Beginn des Monats des Passahfestes markiert. Dieses Jahr fällt dieser Tag auf den 19. März 2026! An diesem Tag wird zusätzlich ein Abschnitt aus der Tora gelesen: 2. Mose 12,1-20.
„Noch in Ägypten sagte der Herr zu Mose und Aaron: Dieser Monat soll für euch von nun an der erste Monat des Jahres sein.“
2. Mose 12, 1-2
Dieser Abschnitt enthält auch Anweisungen zur Festlegung des hebräischen Kalenders, die erste Mitzwa, die dem jüdischen Volk gegeben wurde, und die Gesetze über das Passahopfer.
Der Zweck all dessen ist, die Gemeinde spirituell auf die Feier des Passahfestes vorzubereiten. Es erinnert alle an die Grundlagen der jüdischen nationalen Identität und die Notwendigkeit, diese jedes Jahr zu erneuern. Es lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf die erste, grundlegende Mizwa des Judentums, die Einführung des jüdischen Kalenders.
Für christliche Unterstützer Israels und des jüdischen Volkes ist es wichtig, mit diesen kulturellen und liturgischen Traditionen vertraut zu sein, um Missverständnisse und Vorurteile zu vermeiden.
Wir hoffen, dass Euch diese Erklärung über einen Aspekt der jüdischen Tradition interessiert hat. Wenn Ihr mehr erfahren möchtet, empfehlen wir, jeden Schabbat den wöchentlichen Abschnitt der Tora zu lesen, um zu wissen, was eure jüdischen Nachbarn von Woche zu Woche beschäftigt.
Schabbat Schalom!
Eure Freunde von Vision für Israel




