Aktuelles aus Jerusalem – 27. Januar 2017

„Glücklich die Nation, deren Gott der HERR ist, das Volk, das er sich erwählt hat zum Erbteil.“ - Psalm 33,12

CHRISTEN IM KONGRESS – Im US-Kongress sitzen heute ungefähr so viele Christen wie Anfang der 1960er Jahre, wie aus einer neuen Analyse des Pew Research Center hervorgeht. Unter den Mitgliedern des neuen (115.) Kongresses beschreiben sich 91% als Christen. Das sind fast so viele wie im 97. Kongress. Von 1961 - 1962, den frühesten Jahren, über die vergleichbare Daten verfügbar sind, bezeichneten sich 95% der Mitglieder im US-Kongress als Christen. Unter den 293 Republikanern, die gewählt wurden, um im 115. Kongress zu dienen, sagten alle außer zweien, sie seien Christen. Es gibt zwei jüdische Republikaner im Kongress: Lee Zeldin für New York und David Kustoff, der für Tennessee im Washington sitzt. Auch die im Kongress tätigen Demokraten behaupten mit einer überwältigenden Mehrheit von 80%, sie seien Christen. Allerdings gibt es bei ihnen auch Vertreter anderer Religionen. Von den 242 Demokraten sind 28 Juden, drei Buddhisten, drei Hindus, zwei Muslims und ein Anhänger der Unitarian Universalist plus eine einzige Frau, die sich keiner Glaubensgemeinschaft zugehörig fühlt, nämlich Kyrsten Sinema aus Arizona. Unter den Erwachsenen in den USA, die sich mit der Republikanischen Partei identifizieren oder in diese Richtung gehen, sind 82% Christen. (Worthy News)  „Und wenn Mein Volk, über dem Mein Name ausgerufen ist, sich demütigt, und sie beten und suchen Mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, dann werde Ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.“ - 2. Chronik 7,14

TRUMP LÄDT NETANJAHU EIN – Wie erwartet galt einer der ersten Anrufe von Trump nach seiner Amtseinführung, dem israelischen Premier. Beide telefonierten am Sonntag, den 22.1.2017. Sie sprachen darüber, wie die Regierung Trump mit der Politik Obamas brechen und Israel stattdessen beispiellos unterstützen will. Diese Unterstützung, so Trump, bedeutet u. a., dass man sich dem Iran gemeinsam stellen und den Frieden mit den Palästinensern auf eine Weise vorantreiben will, bei der die nationalen Interessen Israels gewahrt werden. Am Ende lud Trump Netanjahu für Februar nach Washington ein. Zwei Tage davor hatte das US-Justizministerium den Weg dafür gebahnt, dass Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner, als neuer Berater für den israelisch-arabischen Friedensprozess im Weißen Haus ernannt werden darf. Kusher ist Jude und mit Trumps ältester Tochter Ivanka verheiratet; auch von ihr wird erwartet, dass sie in der Regierung ihres Vaters eine große Rolle spielen wird. Die Familie Kushner hat in der Vergangenheit großzügig für die jüdischen Siedlungen in Judäa und Samaria gespendet. * Der Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat hatte kürzlich gegenüber dem Armee-Radio erklärt, er habe bereits erste Gespräche mit ranghohen Vertretern der USA über den Umzug der US-Botschaft in die israelische Hauptstadt gehabt.  * Trump hatte mehrfach angekündigt, er wolle den Beschluss des Kongresses von 1996 endlich umsetzen und die Botschaft nach Jerusalem zurückverlegen. Ein Vertreter Jerusalems erklärte, Trumps Regierung habe Architekten nach Israel geschickt, die bei der Planung und Gestaltung der Gebäude für die amerikanischen Diplomaten beteiligt sein sollen. (Israel Today)

BOTSCHAFTER WILL IN JERUSALEM LEBEN - David Friedman, den Trump als Botschafter für Israel ausgewählt hat, wird Ende Februar 2017 in Israel eintreffen, um seinen neuen Job dort anzutreten. Egal ob die Botschaft nach Jerusalem verlegt wird oder nicht, will Friedman in der israelischen Hauptstadt leben und arbeiten. Friedman besitzt eine große, abgesicherte Wohnung im Stadtviertel Komemiyut in Jerusalem. Bisher kam er mehrmals im Jahr nach Israel. Obwohl Trump es angekündigt hat und Druck auf ihn ausgeübt wird, zu seinem Wort zu stehen, hat das israelische Außenministerium beschlossen, in dieser Angelegenheit keine aktive Rolle zu spielen, denn Israel soll nicht als ein Land betrachtet werden, das Druck auf Trump ausübt, wenn er kontroverse Schritte geht. (INN)

ANTISEMITISMUS NACH SEGNUNG BEI AMTSEINFÜHRUNG – Die Antidiffamierungsliga erklärte am Sonntag, den 22.1.2017, sie sei empört und traurig über den Antisemitismus gegen Rabbi Marvin Hier, nachdem dieser bei der Amtseinführung von Trump einen Segen ausgesprochen hatte. Rabbi Hier ist der Dekan und Gründer des Simon Wiesenthal Centers, einer Organisation, die sich der Bekämpfung des Antisemitismus widmet. In Hunderten von Beiträgen in sozialen Netzwerken während seines Gebets und danach, wurden antisemitische Karikaturen von ihm mit hasserfüllten Botschaften veröffentlicht, verfasst von Weißen, die sich für etwas Besseres halten. „Für Judenhasser war es ein perfekter Sturm“, sagte der stellvertretende Dekan des Wiesenthal Centers, Rabbi Abraham Cooper, am Sonntag vor Journalisten. Er erwähnte, dass IT-Mitarbeiter seines Zentrums damit beschäftigt waren, Hunderte von antisemitischen Äußerungen zu löschen. „Offenbar war es für viele Leute, die Juden nicht mögen, sehr schwer zu sehen, wie ein Jude stolz vor der Welt stand“, so Cooper. „Einen Juden mit einer Kippa auf einem internationalen Podium zu sehen - noch dazu ein bekannter, erklärter Zionist - hat Linke wie Rechte sehr verärgert. Das ist die Welt, in der wir heute leben: Soziale Medien erlauben jedem, solche verbalen Attacken zu starten.“ Im Auftrag von Rabbi Hier, der am Sonntagmorgen im Flugzeug unterwegs war, sagte Rabbi Cooper, dass Menschen verschiedenster Herkunft und unterschiedlicher Glaubensrichtungen auf ihn persönlich zugegangen waren, um ihm zu danken und ihn zu ermutigen. „Es gibt die reale Welt und die virtuelle; insgesamt war es ein besonderer Moment, ein stolzer Moment.“ Rabbi Hier war der erste orthodoxe Rabbi, der je bei der Amtseinführung eines US-Präsidenten einen Segen sprechen durfte. (Jerusalem Post)

GUTERRES GEGEN ANTISEMITISMUS – Antonio Guterres, der neue UNO-Generalsekretär, sagte am 21.1.17 vor Gläubigen in der Park East-Synagoge in Manhattan, er würde an vorderster Front gegen jegliche Form von Antisemitismus kämpfen. Der Holocaust sei nicht nur das Resultat des Irrsinns von einer Gruppe von Nazis, sondern das Ergebnis von 2000 Jahren Hass und Diskriminierung von Juden gewesen. Beim Antisemitismus gehe es nicht um Religion. Er sei vielmehr die Manifestation von Rassismus. Er sei besorgt darüber, wie der Hass auf Juden heute geäußert wird. Er zeige, dass der Antisemitismus lebt. Guterres, früher Premier von Portugal, bedauerte, wie sein Heimatland Juden in der Vergangenheit behandelt hat. Portugal arbeite daran, dies wiedergutzumachen. Der Generalsekretär versprach, darauf hinzuarbeiten, dass der Holocaust nie vergessen wird. * Einige Beispiele für Antisemitismus aus dem Nordwesten Londons: Familien, die eindeutig als Juden erkennbar waren, wurden am vergangenen Schabbat auf dem Heimweg von Freunden in der Edgwarebury Lane in Edgware aus einem vorbeifahrenden Auto heraus mit Eiern beworfen. Am nächsten Morgen wurde in derselben Gegend ein Mauerstein mit Hakenkreuzen und antisemitischer Hetze durch ein Fenster im Haus einer jüdischen Familie geschleudert. Etwas später fand man Graffitis mit Hakenkreuzen an einem Wohnhaus auch in einer anderen Straße, dem Watford Way, in Mill Hill. Die Gruppe Shomrom London bat, dass Zeugen sich melden, um der Londoner Polizei bei ihren Nachforschungen zu helfen. Aus dem jüngsten Bericht, dem Audit über antisemitische Verbrechen in England, geht hervor, dass britische Juden 2015 viel häufiger Opfer von Antisemitismus waren. (INN, Algemeiner)  Bitte betet gegen den wachsenden Antisemitismus, der verbal und physisch am jüdischen Volk verübt wird. „Gott meines Lobes, schweige nicht! Denn den Mund des Gottlosen und den Mund des Betruges haben sie gegen mich geöffnet, mit Lügenzungen haben sie zu mir geredet.“ - Psalm 109,1-3

DEUTSCHLAND – Fünf Tage vor dem Holocaust-Gedenktag am 27.1.2017 hieß es vom israelischen Ministerium für Diplomatie und Diaspora, dass es von Januar bis September 2015 194 Anzeigen wegen Antisemitismus gab; 2016 stieg die Zahl auf 461. Durch die Flüchtlingskrise sei auch der Rechtsextremismus gewachsen. In England war der Anstieg bei 62% noch dramatischer, wobei 75% der Vorfälle auf politischen Motiven von Rechtsextremen beruhten. In dem Bericht des Ministeriums hieß es, dass auch die fortwährende Hetze durch die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) mit daran schuld sei, denn sie fördere den Hass zwischen Palästinensern und Israelis bzw. Juden durch religiöse und antisemitische Geschichten. (Jerusalem Post)

HOLOCAUST-ÜBERLEBENDE – Am 27.1. begehen jedes Jahr Länder auf der ganzen Welt den Holocaust-Gedenktag. Er erinnert an das schrecklichste Verbrechen in der Geschichte der Menschheit: die fast vollständige Zerstörung der Juden in Europa. Heute leben weltweit noch rund 500.000 Überlebende des schrecklichen Holocaust - in Armut. Die meisten von ihnen leiden in Israel, in der ehemaligen UdSSR oder in New York und Umgebung. Von den 189.000 Holocaust-Überlebenden leben 25% unter der Armutsgrenze - eine humanitäre Krise. Diejenigen, die unvorstellbar schlimme Leiden überlebt haben, leiden erneut, weil sie ignoriert oder vernachlässigt werden. Jeden Tag sterben etwa 40 Überlebende des Holocaust. In den nächsten zehn Jahren werden von denen, die den Holocaust selbst erlebt haben, nur noch wenige am Leben sein. In Israel kommen die ärmsten der Überlebenden gerade so über die Runden. Oft sind sie gezwungen, beim Einkaufen zwischen Essen oder lebenswichtigen Medikamenten zu entscheiden. Viele von ihnen leiden im kalten Winter, weil sie sich kein Heizöl leisten können. (Algemeiner)  Holocaust-Überlebende und ihre Nöte sind VfI wichtig. Wir unterstützen sie finanziell und mit anderen Dingen des täglichen Bedarfs. Jede Woche packen unsere Mitarbeiter für unsere Freunde, die Holocaust-Überlebenden, Päckchen. Unsere Organisation spendet auch regelmäßig Geräte und Möbel und unterstützt bei medizinischem Bedarf. Bitte spendet großzügig, dass wir dies weiter tun können.

Unsere Spendenkonten sind:

Deutschland:  Vision für Israel e.V.      IBAN: DE27 7015 0000 1002 9131 41

Schweiz:         Vision für Israel e.V.      Postfinance Konto: 85-235852-6    Herzlichen Dank!

Wir danken dem Herrn für Eure Gebete

Barry, Batya und das VfI-Team