Holocaustüberlebende bereiten sich auf eine weitere furchtbare Herausforderung vor

Sep 26, 2020

Verwirf mich nicht in den Tagen des Alters, verlass mich nicht, wenn meine Kraft abnimmt! – Psalm 71,9

Das Leben ist einsam für Holocaustüberlebende heutzutage. Für sie stellen hohes Alter, eingeschränkte Mobilität und chronische Krankheiten seit langem Herausforderungen dar - und die Pandemie hat das Risiko sozialer Kontakte für diese verletzliche Gruppe nur noch erhöht. Panikknöpfe haben als buchstäbliche Rettungsleine gedient und bieten Sicherheit und Frieden für eine Bevölkerung, die die meiste Zeit allein verbringt.

In den letzten Jahren sind wir eine Partnerschaft mit der Foundation for the Benefit of Holocaust Victims eingegangen und haben eine Initiative zur Finanzierung des Panikknopfdienstes (für dessen Betrieb ein Abonnement erforderlich ist) in den Häusern von Holocaustüberlebenden durchgeführt.

Bisher haben wir etwa 800 Holocaustüberlebenden ermöglicht, in jedem Fall von Notfällen - 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr - sofort Hilfe (Arzt oder Krankenwagen) zu rufen, egal ob sie allein zu Hause oder in einer betreuten Unterkunft leben.

Lebensrettender Dienst

Avraham* ist ein 86-jähriger Holocaustüberlebender, der in Jerusalem lebt und von uns seit 2015 Panikknopfdienste erhalten hat.

Avraham hat eine Behinderung in den Beinen und stürzte vor etwa acht Monaten auf schreckliche Weise. Glücklicherweise konnte er mit seinem Panikknopf Hilfe rufen, und die Sanitäter kamen mit einem Krankenwagen an. Er hat eine schwere Kopfverletzung erlitten, die eine Operation erforderte. Heute ist er dankbar, dass er überlebt hat:

"Ich schwankte zwischen Leben und Tod", sagte er und fügte hinzu: "Der Knopf ist die ganze Zeit neben mir, wenn - Gott bewahre - mir etwas passiert, weiß ich, dass ich ihn drücken sollte. Er gibt mir [ein Gefühl von] Sicherheit. Ich bin sehr dankbar für den treuen Dienst. **

Eine schwierige Vergangenheit

Als der Krieg in Jugoslawien ausbrach, wurde Avrahams Vater in ein Konzentrationslager deportiert, wo er schließlich ums Leben kam. Avraham war zu diesem Zeitpunkt erst sieben Jahre alt. Er, seine Mutter und seine drei Brüder wurden dann aus ihrer Heimat vertrieben. Da er zu arm war für Schuhe, lief er vier Jahre lang ohne sie, was zu seiner Beinbehinderung führte. Seine drei Brüder starben während des Krieges, und er und seine Mutter blieben bei den Partisanen, bis der Krieg schließlich zu Ende ging.

Nach dem Krieg blieb Avraham in Jugoslawien, heiratete und bekam zwei Töchter. Er wurde Pädagoge und arbeitete 36 Jahre lang als Musiklehrer für Jugendliche in Bosnien. Mit seiner Familie immigrierte er 1996 nach Israel. Seine von ihm entfremdete Frau ist vor kurzem verstorben.

Er lebt derzeit allein und hat zwei Töchter, sechs Enkelkinder und zwei Urenkelkinder. Da er sehr einsam ist, wurden ihm im Laufe der Jahre mehrere Freiwillige zugeteilt. Avraham bewahrt Briefe und Bilder von allen auf.

Sicherheit gefährdet

Leider ist es der Stiftung zugunsten der Holocaust-Opfer, mit der wir bei diesem Dienst zusammenarbeiten, noch nicht gelungen, alle Mittel aufzubringen, die für die Bereitstellung des Notfallknopfdienstes für das Jahr 2021 und darüber hinaus erforderlich sind.

In Ermangelung ausreichender Spenden gibt es keine Garantie dafür, dass der Dienst weiterhin bestehen wird - und es besteht die konkrete Sorge, dass Tausende bestehender Abonnenten abgemeldet werden müssen. Aufgrund eines bestehenden Finanzierungsdefizits sind seit 2018 keine neuen Abonnenten hinzugekommen.

Wir brauchen Eure Hilfe, damit wir den bestehenden Abonnenten weiterhin die Möglichkeit geben können, von dem für sie so wichtigen Dienst zu profitieren. Die Kosten für die Finanzierung des Dienstes für ein Jahr betragen für jeden Holocaustüberlebenden 450 NIS oder etwa 115 Euro.

Notwendig & geschätzt

In einer vom Smith Research Institute im Mai 2019 für die Stiftung durchgeführten Telefonumfrage unter einer repräsentativen Stichprobe von Holocaustüberlebenden, die den Notfallknopfdienst nutzen:

  • gaben 93% aller Besitzer von Panikknöpfen an, dass sie die Art von Hilfe erhielten, die ihren Bedürfnissen entsprach.
  • 64% aller Besitzer von Panikknöpfen gaben an, dass der Dienst ihnen ein Gefühl der Sicherheit vermittelt
  • 42% der Befragten sind sich sicher oder glauben, dass sie den Dienst nicht fortsetzen werden, falls das Programm beendet wird

Wir schätzen eure Gebete und jede finanzielle Hilfe, die ihr leisten könnt, um uns bei der weiteren Finanzierung dieses lebensrettenden Dienstes zu unterstützen. Werdet ihr euch uns anschließen, und den Holocaustüberlebenden in Not Sicherheit und Schutz bieten?

 

 

*Name zum Schutz der Privatsphäre geändert

**Übersetzt aus Dan Lavis Artikel von Yisrael Hayom

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