Schawu’ot Fest der Wochen (Pfingsten)

Jun 10, 2020

„Danach sollt ihr zählen vom Tage nach dem Sabbat, da ihr die Garbe als Schwingopfer darbrachtet, sieben ganze Wochen. Bis zu dem Tag nach dem siebenten Sabbat, nämlich fünfzig Tage, sollt ihr zählen und dann ein neues Speisopfer dem HERRN opfern.“ – 3. Mose 23,15-16

 

Liebe Freunde,

Die Bedeutung des Wortes Schawu'ot ist "Wochen" und wird 7 Wochen nach dem zweiten Tag des Passahfestes gefeiert. In der christlichen Tradition ist es als Pfingsten bekannt - ein griechischer Begriff, der "fünfzigster" bedeutet und sich auf die Tatsache bezieht, dass es ungefähr 50 Tage nach Ostern stattfindet.

Ursprünglich war es ein Erntedankfest, aber später wurde es zum Gedenken an die Übergabe der Thora an die am Berg Sinai versammelte Nation Israel eingeführt. Noch später erfuhren die Christen es als den Tag, an dem der Heilige Geist auf die Apostel und andere Jünger Jesu herabkam, während sie in Jerusalem Schawu'ot feierten.

Es ist eine Zeit von vielschichtiger Bedeutung und tiefer Wertschätzung für die Segnungen, die Gott seinem Volk geschenkt hat.

 

Die Einführung von Schawu'ot

„Sieben Wochen sollst du zählen und damit anfangen, wenn man zuerst die Sichel an die Halme legt, und sollst das Wochenfest halten dem HERRN, deinem Gott, und eine freiwillige Gabe deiner Hand geben je nachdem, wie dich der HERR, dein Gott, gesegnet hat. Und sollst fröhlich sein vor dem HERRN, deinem Gott, du und dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd und der Levit, der in deiner Stadt lebt, der Fremdling, die Waise und die Witwe, die in deiner Mitte sind, an der Stätte, die der HERR, dein Gott, erwählen wird, dass sein Name da wohne.“  - 5.Mose 16,9-11

 

Ein landwirtschaftlicher Hintergrund

Als die Juden sich im Gelobten Land niederließen, wurde die Bedeutung von Schawu'ot in einen landwirtschaftlichen Feiertag verwandelt, an dem die Versorgung des Volkes durch den Herrn gefeiert wurde.

Genau sieben Wochen nach der ersten Gerstenernte kamen die Juden zur Stiftshütte, um dem Herrn die ersten Früchte ihrer Frühlingsernte darzubringen. Da Schawu'ot 50 Tage nach dem Passahfest stattfindet, nannten die griechischen Übersetzer der Thora den Tag "Pfingsten".

Die ersten Früchte der Ernten wurden Bikkurim genannt und bezogen sich besonders auf die sieben Arten des gelobten Landes: Gerste, Weizen, Trauben, Feigen, Granatäpfel, Datteln und Oliven (5. Mose 8,8).

Sobald ein jüdischer Bauer die ersten Anzeichen reifender Früchte sah, band er eine Schnur oder ein Band um sie und bezeichnete sie als Bikkurim.

Später pflückte er die Früchte, legte sie in einen Korb und reiste zur Stiftshütte/zum Tempel für das Schawu'ot-Fest. Da es ein Wallfahrtsfest war, gab es eine große Prozession jüdischer Bauern, die die Körbe auf den Straßen trugen und fröhliche Loblieder sangen.

An der Stiftshütte/Tempel überreichte jede Familie dem Priester den Erntekorb, der vor den Altar gestellt wurde, und zitierte dabei eine Passage aus dem 5. Buch Mose.

Im priesterlichen Dienst wird der 49-tägige Countdown bis zum Feiertag "Sefirat Ha'omer" oder die Zählung des Omers genannt.

An Schawu'ot wurde den Priestern eine Kostprobe der ersten Weizenernte gebracht, zu zwei Laiben gesäuerten Brotes gebacken und dann als abschließender Brauch der Jahreszeit vor dem Altar geschwenkt. Dies war das einzige Mal, dass gesäuertes Brot im priesterlichen Dienst verwendet wurde.

 

Die mosaische Bedeutung

Nachdem der Tempel im Jahre 70 n. Chr. zerstört worden war, konnte der landwirtschaftliche Aspekt von Schawu'ot nicht mehr eingehalten werden.

So verbanden die Weisen das Fest wieder mit der Übergabe der Thora am Berg Sinai - denn es war am Schabbatmorgen des 6. Sivan, genau 7 Wochen nach dem Exodus, als der Herr unter Donner, Blitz, Rauch, Feuer und dem Klang des Schofars herabkam. Dann verkündete er die Grundlage des moralischen Verhaltens, das vom Volk verlangt wird - die Zehn Gebote.

So wurde Schawu'ot auch unter dem Namen Zman Matan Thora bekannt - "Die Stunde des Gebens der Thora".

 

Schawu'ot heute

Da Schawu'ot als die Zeit der Übergabe der Thora identifiziert wird, sind Aktivitäten und Bräuche im Zusammenhang mit dem Empfang der Thora zu dieser Zeit weit verbreitet.

Jedem Juden wird befohlen, sich als persönlich am Sinai beteiligt zu betrachten. Daher bekräftigen die Juden an Schawu'ot ihr Bekenntnis zum mosaischen Bund und zur jüdischen Lebensweise. Während der Synagogengottesdienste stehen alle auf, wenn die Zehn Gebote vorgetragen werden, und jeder bestätigt sie mit: "Kol asher diber Adonai na'aseh ve'nishma,"-"Alle Worte, die der Herr gesagt hat, werden wir tun und gehorchen (hören)".

Weiteren Bräuchen sind das Schmücken des Hauses und der Synagoge mit Grünzeug, das Essen von Milchprodukten und das nächtliche Thorastudium.

 

Schawu'ot und das Buch Rut

Es ist üblich, zu dieser Zeit das Buch Rut zu lesen, da die berichteten Ereignisse in der Zeit der Frühlingsernte stattfanden, und Rut ein Bild der willigen Annahme eines jüdischen Lebensstils und der Annahme des Gottes Israels durch die Nichtjuden ist.

Rut, die Moabiterin, symbolisiert die Fähigkeit, eine starke und treue Verbindung zwischen Menschen herzustellen, auch wenn sie Fremde sind oder sich erheblich voneinander unterscheiden. Rut, deren Name "Freundschaft" bedeutet, folgt Naomi, ihrer Schwiegermutter und Freundin, mit Liebe und kompromissloser Treue. Sie wählt die Wärme der Hingabe über die Kälte der Fremdheit und schafft es, Menschen gegen alle Widerstände zusammenzubringen. Das ist ihre Größe.

Der Kern von Vision für Israels wohltätiger Arbeit besteht darin, Herzen zusammenzubringen, Freundschaften und Zusammenarbeit für unser gemeinsames Ziel einer besseren Zukunft zu schaffen. Es ist unser Privileg, diesen Prinzipien auf unserem Weg treu zu bleiben.

Es ist unseren treuen Unterstützern auf der ganzen Welt zu verdanken, dass wir diese Ziele erreichen können.

 

Das Jubiläum der Kirche

Als eines der drei Pilgerfeste im Alten Testament kamen Juden aus der ganzen Welt nach Jerusalem, um zu feiern und ihr Bekenntnis zum Bund Moses zu erneuern.

Das Neue Testament offenbart, dass Schawu'ot der Höhepunkt von Gottes Plan unserer Befreiung durch Jeshua, den Messias, ist. Der Countdown bis Schawu'ot steht für die Schenkung des erwarteten Neuen Bundes an die Menschheit, da gerade an diesem Tag der Heilige Geist gegeben wurde, um die Kirche Gottes zu bilden.

Schawu'ot markiert den Tag, an dem Gott einen Bund mit der jüdischen Nation einging. Während dem ersten Schawu'ot am Berg Sinai setzte Gott den mosaischen Bund ein und gab die Tora in schriftlicher Form. Aber während des Schawu'ot, nach der Auferstehung Jeshuas, setzte Gott den Neuen Bund ein, als Er die Tora auf die Herzen der Nachfolger Jeshuas schrieb.

Wir wünschen Euch allen ein sehr gesegnetes Schawu'ot - oder Pfingsten - und möge der Herr Euch segnen und bewahren. Schalom.

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